Wolfgang Roller, Ehningen

Was genau macht den Unterschied?

Die 4. Unit

Im vorherigen Kapitel habe ich die drei Einheiten beschrieben und auf den Bildern sind Pfeile eingezeichnet, die die Kommunikationswege darstellen. Diese Pfeile, diese Verbindungsliniene, stellen die vierte Einheit dar. Ich nenne sie die ICCC-Unit. ICCC steht für: Identity, Configuration, Communication, Cryptography.

Die ICCC-Unit ist sozusagen das Rückgrad des BrainExtenders. Dort verlaufen den Nervenbahnen und die Information zwischen den anderen Einheiten.


Bild 4: Darstellung der vier Grundeinheiten eines BrainExtenders

In der Welt der Personal Computer tun wir so als wäre unsere Identität irgendwie von dem Gerät abhängig mit dem wir ins Internet gehen. Wenn ich jahrelang immer mit meinem PC ins Internet gehe, dann erkennen mich die anderen Teilnehmer an diesem Gerät. Kaufe ich ich mir einen anderen PC oder ein Smartphone und gehe damit ins Internet, so bin ich zunächst ein neuer unbekannter Teilnehmer. Sämtliche Stellen, die mich ansonsten eilfertig erkannten und ihre Dienste auf mich abgestimmt anboten, erkennen mich mit dem neuen Gerät zunächst nicht. Erst im Laufe der Zeit lernen sie, dass ich so wohl mit diesem als auch mit dem bisher bekannten Gerät online gehe.

Beim BrainExtender ist das anders. Dort macht der kleine, noch genauer zu definierende Datenträger, die ICCC-Unit und die Storage-Unit meine Identität aus. Bzw. das sind die Entitäten, die mich im Internet repräsentieren. Das soll die grüne Farbe im Bild 4 symbolisieren.

... mal ein kleines Beispiel. Angenommen Sie sind ohne jeglichen Computer oder Smartphone bei einem Bekannten und wollen schnell mal ins Internet um was nachzuschauen. Dann kann der Bekannte Sie entweder unter seinem Account ins Netz lassen oder richtet Ihnen schnell einen "User" auf seinem System ein oder er hat für derartige Fälle bereits einen Gast-Account.

Je nach dem was Sie nun genau machen wollen, können Sie das von dieser Warte aus tun. Sie müssen der Gegenstelle gegenüber nur klar machen, dass Sie der sind für den Sie sich ausgeben. Also durch die Eingabe Ihres Passwortes oder wie auch immer.

Hätte Ihr Bekannter einen BrainExtender, dann würde das so funktionieren. Er zieht seinen Identitäts-Datenträger von seiner I/O-Unit ab und meldet sich damit vom System ab oder pausiert damit sein System. Sie stecken dafür Ihren Identitäts-Datenträger ein und machen damit seine I/O-Unit zu Ihrer I/O-Unit. Damit haben Sie schon mal nach überall hin Zutritt wo man Ihnen aufgrund Ihrer Identität Zutritt gewährt. Ist Ihr eigenes System so aufgebaut, dass Ihre Storage-Unit über das Internet erreichbar ist, so sind Sie automatisch mir ihr verbunden und haben den vollen, sicheren Zugriff auf Ihre Objekte.

Das Protokoll zwischen den Units

Man könnte sagen zwischen den Units wird "objektisch" gesprochen. Sprich die Kommunikation zwischen den Units läuft auf der Objekt-Ebene ab. Z.B. der Benutzer möchte sehen welche Objekte es gibt. Also sendet er von der I/O-Unit aus den Befehl "list" an die Storage-Unit. (Dabei ist es jetzt mal unerheblich wie es zu dem dem Befehl "list" kommt. Sei es durch die Eingabe in ein Terminal oder durch einen graphischen "ObjectFinder".) Darauf hin sendet die Storage-Unit eine Liste sämtlicher Objekte, die sie hat.

Man kann dann ein Objekt zum Anzeigen und/oder verändern laden. Zum speichern wird das Objekt entweder komplett an die Storage-Unit zurück geschickt oder besser nur die gänderten Daten. Aber die Kommunikation findet eben auf dieser Objekt-Ebene statt.

Das Protokoll bleibt somit immer gleich. Selbst dann, wenn neue Objekte "erfunden" werden, ist keine Änderung des Protokolls notwendig. Auf der untersten Ebene befinden sich die "primitiven Datentypen", die festgelegt sind und sich nicht ändern.

Neben den reinen Objekt-Daten werden noch zusätzliche Meta-Daten verschickt. Die Process-Unit bekommt Information über die Rechte zur Verarbeitung und die I/O-Unit(s) bekommen Informationen über die Darstellung der Objekte.

Beschreibung der Einheiten

A. Die Speicher-Einheit

Die Speicher-Einheit ist für die "Lagerung" der Objekte zuständig. Lagerung heißt in dem Fall: Ein Objekt wird momentan nicht benötigt. Trotzdem mupß es irgendwo existieren. Und das ist auf/in einem Speichermedium das ohne Energie Information speichern kann. Ob das eine magnetische, opto-magnetische oder ein Halbleiter-Bauelement ist, spielt keine Rolle. Und soll auch von außen keine Rolle spielen.

Die Speicher-Einheit ist keine Festplatte, sondern ein eigenständiges Computer-System mit den vier Zwecken:

  • Objekte verwalten inkl. Versionierung.
  • Die Rechte der Eigentümer der Objekte zu gewährleisten. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der ICCC-Einheit.
  • Die Objekte verschlüsselt abzulegen. Die Verschlüsselung übernimmt die ICCC-Unit.
  • Eine automatische, vom Benutzer nicht wahrnehmbare, Redundanz um den Schutz der Objekte zu gewährleisten. Diese geschieht durch einen Mechanismus wie RAID und zusätzlich durch Kopplung mit einer zweiten Speicher-Einheit, falls zusätzlich eine räumliche Trennung dazu kommen soll.

Bild 5: Die Speicher-Einheit in Zusammenarbeit mit der ICCC-Einheit

Mal eine etwas komplexere Beschreibung des Ablaufs, wenn ein BrainExtender-System gestartet wird. Komplexer deshalb weil zwei Benutzer gemeinsam und gleichzeitig an einem CAD-Projekt/CAD-Zeichnung arbeiten.

B. Die ICCC-Einheit

C. Die Ein-/Ausgabe-Einheit

D. Die Verarbeitungs-Einheit

Der assoziative Speicher

Nun ist es sicherlich nicht sehr übersichtlich eine Liste mit 1.000, 10.000 oder gar ein paar Hunderttausend Objekten zu haben. Also muß es etwas geben was bei den herkömmlichen PCs den Ordnern entspricht.

Die Storage-Unit ist eine assoziativer Speicher. Was bedeutet, dass ich mir bestimmte Objekte und Schlüssel- und Stichwörter und Themen anlegen kann. Jedes Objekt kann mit mehreren anderen Objekten, Stichwörten, Themen verknüpft werden. Mir persönlich geht es oft so, dass, wenn ich etwas bestimmtes auf meinem PC suche ich eine Person oder weiß, was ich suche. Ein Bild, eine Textdatei etc. Aber ich habe keine Ahnung in welchem Verzeichnis sich das Gesuchte befindet. Ja, man kann dann eine Suche über den jeweiligen Dateimanager anwerfen und meist findet man dann auch das Gesuchte.

Das ist aber nicht das was mir für den BrainExtender vorschwebt. Ich stelle mir das so vor, dass ich erstens einen Index mit Stichwörten habe. Und ich kann jedes Objekt mit einem oder mehreren Stichwörten verknüpfen.

Dann gibt es noch "Themen". Ein Thema ist im Prinzip auch ein Stichwort. Nur, dass ich zur Beschreibung einen Satz oder einen kurzen Text eingeben kann. Im Unterschied zu den Stichwörten sind die Themen in Unterthemen zu gliedern. Mal ein Beispiel. Jeder hat vermutlich auf seinem Rechner Rechnungen gespeichert. Dann könnte ich z.B. ein Thema aufmachen mit "Meine Ausgaben". Gleichzeitig könnte ich auch ein Thema anlegen, das heißt: "Das Jahr 2019". Und dann noch ein weiteres Thema, nämlich "Steuer" oder "Steuererklärung".

Nun habe ich etwas gekauft und erhalte von dem Verkäufer ein Rechnungs-Objekt, das ich auf meiner Storage-Unit speichere. Beim Speichern verknüpfe ich die Rechnung nun mit verschiedenen Objekten, Themen und Stichwörtern. (Selbstverständlich könnte ich auch sagen, dass ich die Rechnung mit verschiedenen Objekten verknüpfe. Sie ahnen es. Stichworte und Themen sind nichts anderes als eine spezielle Art von Objekten.)

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